Zu Besuch in der Stadt-Apotheke Walldorf zusammen mit dem FDP-Bundestagsabgeordneten Jens Brandenburg

Vergangene Woche war unsere FDP-Stadträtin Paula Glogowski zusammen mit dem Walldorfer FDP-Bundestagsabgeordneten Dr. Jens Brandenburg zu Besuch in der Stadt-Apotheke Walldorf, um mit dem Inhaber Dietmar Sommer über aktuelle Herausforderungen der Arzneimittelversorgung in Deutschland und viele weitere Themen zu sprechen.

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Dietmar Sommer betonte zu Beginn, dass die Arzneimittelversorgung unbedingt vor Ort gesichert werden müsse: „Pro Tag schließt ungefähr eine Apotheke in Deutschland. Das führt vor allem in ländlichen Gebieten zu Versorgungsengpässen. Auch in unserer Region sehen wird das. In Malsch gibt es beispielsweise keine Apotheke mehr, die Bürgerinnen und Bürger müssen auf die Nachbarorte ausweichen.“ Diese Entwicklung beobachtet auch Stadträtin Paula Glogowski mit großer Sorge: „Die Apotheken vor Ort sind wir ein wichtiges Bindeglied zwischen den Arztpraxen und den Patientinnen und Patienten. Sie beraten, können mögliche Fehler beispielsweise bei Doppelverordnungen oder Wechselwirkungen kontrollieren und stellen damit ein wichtiges Korrektiv bei der Patientenversorgung dar. Zum Glück haben wir hier in Walldorf eine gute Versorgung durch die örtlichen Apotheken - diese sollten wir auch zukünftig sicherstellen.

Ein weiteres Problem ist die Abhängigkeit Europas von Asien bei der Arzneimittelherstellung. Hierzu sagte Jens Brandenburg: „Die Nicht-Lieferfähigkeit von Arzneimitteln ist ein großes Problem. Wir sind viel zu stark von China und Indien abhängig. Das wurde vor allem in der Pandemie sichtbar, als es beispielsweise um die Masken-Engpässe ging. Für uns als Freie Demokraten ist es ein wichtiges Thema, wieder mehr Arzneimittelherstellungskapazitäten in Europa zu schaffen. Das ist auch im Hinblick auf außenpolitische Fragen brisant, um sich im Ernstfall nicht erpressbar zu machen. Wir müssen sehr viel unabhängiger werden. Der Staat muss seiner Verantwortung zur Katastrophenversorgung gerecht werden, also ausreichend Vorräte und Produktionskapazitäten sichern.“

Wir sprachen auch über die Konkurrenz durch den Online-Versandhandel. Gerade die Coronazeit hat den Online-Apotheken in die Hände gespielt, obwohl auch viele örtliche Apotheken online Bestellungen und Auslieferungen anbieten. Herr Sommer erklärte uns: „Der Wettbewerb mit den Onlinehändeln ist sehr schwer, vor allem weil sich diese oft nicht an die in Deutschland geltenden hohen Auflagen und Gesetze halten müssen. Doch gerade diese sind wichtig, um die Qualität und damit die Patientenversorgung zu sichern. Mir ist es außerdem wichtig, den Menschen deutlich zu machen, dass wir als Apotheken vor Ort auch unseren Teil zum Gemeinwesen beitragen. Wir zahlen Gewerbesteuer und sichern Arbeitsplätze.“ Jens Brandenburg sagte hierzu: „Als Partei der Sozialen Marktwirtschaft ist uns ein fairer Wettbewerb wichtig. Der Patentschutz und die Qualitätssicherung müssen gewährleistet sein. Daher sollten für alle Anbieter die gleichen Regeln gelten.

Herr Sommer sagte zum Schluss: „Von der Politik erhoffe ich mir mehr Planungssicherheit, eine größere Arzneimittelherstellungskapazität in Europa und eine adäquate Dienstleistungsvergütung, welche auch die wertvolle Arbeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechend wertschätzt.“ Jens Brandenburg konnte sich dem anschließen: „Das sind drei sehr wichtige Punkte. Gerade in den etwas ländlicheren Regionen sind wir auf eine gute Gesundheitsversorgung angewiesen.

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Vielen Dank an Dietmar Sommer für das interessante Gespräch und die Führung durch die Apotheke, bei der wir dann auch noch den Kommissionierroboter anschauen durften, welcher durch das digitalisierte und automatisierte Sortieren der Medikamente eine große Erleichterung im Arbeitsalltag darstellt und somit mehr Zeit für die Beratung der Patientinnen und Patienten schafft.