Haushaltsrede FDP-Fraktion – Kurzfassung

Sehr geehrter Bürgermeister Renschler,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Walldorferinnen und Walldorfer,

 

„Walldorf geht es gut“ – so unser Bürgermeister bei der Einbringung des Haushaltsentwurf für 2026 - diese Einschätzung teilen wir. Wir haben eine bunte, lebendige und engagierte Stadtgesellschaft und auch wirtschaftlich stehen wir stabil da – und das ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist das Ergebnis jahrzehntelanger solider Haushaltsführung, verlässlicher Einnahmen und verantwortungsvoller Entscheidungen.

Gerade in guten Zeiten gilt: Wir dürfen nicht leichtfertig werden. Liberale Haushaltspolitik heißt für uns, vorausschauend zu handeln, Prioritäten zu setzen und Investitionen mit Augenmaß zu tätigen. Jede Ausgabe muss langfristig sinnvoll, generationengerecht und nachvollziehbar sein.

Ich möchte heute in der gebotenen Kürze einige Aspekte zum Haushalt herausgreifen, die für uns zentral sind.

 

Bildung, Betreuung und Jugend

Bildung ist der Schlüssel zu Chancengerechtigkeit. Die Investitionen in unsere Schulen, digitale Ausstattung, Schulsozialarbeit und Betreuung unterstützen wir ausdrücklich. Die neuen Gebäude der Wald- und Sambugaschule sowie die Weiterentwicklung des Schulzentrums sind wichtige Schritte.

Auch dürfen wir die Schulwege nicht vergessen: Verkehrssicherheit ist Voraussetzung für selbstständige Mobilität unserer Kinder.

Für das Schillerschul-Areal und den sogenannten „Weisbrod-Bau“ brauchen wir aus unserer Sicht endlich ein Gesamtkonzept – ebenso für die Nachnutzung des (bald) alten Feuerwehrhauses, das an dieses Gelände angrenzt. Ein Haus der Vereine wäre aus unserer Sicht eine sehr sinnvolle Perspektive hierfür.

In der Kinderbetreuung bleibt der Fachkräftemangel eine große Herausforderung. Reduzierte Öffnungszeiten belasten Familien und Fachkräfte gleichermaßen. Wir begrüßen Mitarbeiterwohnungen, aber es braucht darüber hinaus weitere Anstrengungen in Ausbildung, Gewinnung und Bindung von Personal.

Auch die Tageseltern dürfen wir nicht aus dem Blick verlieren. Die Kürzungen des Kreises gefährden diese wichtige Betreuungsform. Wir sollten prüfen, wie wir sie vor Ort besser unterstützen können.

Im Namen meiner Fraktion danke ich allen Erzieherinnen und Erziehern, Tageseltern sowie allen Beschäftigten im Bildungs- und Betreuungsbereich herzlich für ihre wertvolle Arbeit.

Unsere vielfältigen Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche – von Stadtbücherei über Skaterpark bis zum Jump – sind ein großer Gewinn. Für uns gilt: Jugendliche sollten, wo es möglich ist, in Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Wir würden uns daher freuen, wenn das Vorhaben eines Jugendgemeinderats 2026 weiter vorangebracht wird – unsere Unterstützung dafür gibt es in jedem Fall.

Besonders freuen wir uns auch über die Weiterentwicklung unseres Tierparks, die in diesem Jahr mit einem neuen Betriebs- und Bildungsgebäude voranschreitet.

 

Seniorinnen und Senioren

Der im diesem Jahr anstehende Spatenstich für das neue Pflegeheim ist ein wichtiger Meilenstein. An dieser Stelle möchten wir uns herzlich bei unsrem Stadtbaumeister Herrn Tisch und seinem Team bedanken, die aktuell viele große Bauprojekte zu stemmen haben, für ihre engagierte Arbeit!

Durch den demografischen Wandel müssen wir auch mit dem neuen Pflegeheim weiter vorausdenken: Mehr betreutes Wohnen, neue Wohnformen und auch Demenz-WGs müssen frühzeitig mitgedacht werden. Doch der Fachkräftemangel betrifft auch die Pflege und auch hier müssen wir entschlossen an Lösungen arbeiten, wie wir neue Mitarbeitende gewinnen und halten können. Unser Dank gilt allen Pflegekräften, Angehörigen und Ehrenamtlichen für ihre unersetzbare Arbeit.

 

Soziales und Ehrenamt

Walldorf ist eine soziale Stadt, das zeigt der Blick in die zahlreichen freiwilligen sozialen Angebote, die auch in 2026 weitergeführt werden. Für uns gilt: Soziale Unterstützung soll helfen, stärken und neue Chancen eröffnen. 

Zudem lebt Walldorf vom Ehrenamt. Ob in Vereinen, sozialen Einrichtungen, Kirchen, Kultur oder Sport – ohne dieses Engagement wäre unsere Stadt nicht so lebenswert. Dafür danken wir allen Engagierten von Herzen.

Der von uns beantragte Ehrenamtskompass kann hoffentlich etwas dazu beitragen, die  Vernetzung und Unterstützung dieses Engagements zu stärken.

 

Feuerwehr, Sicherheit und Gesundheitsversorgung

Die Planungen für das neue Feuerwehrhaus, DRK und Notarztstandort sind richtig und notwendig und wir sind froh, dass es hier nun endlich vorangeht. Unser besonderer Dank gilt allen Einsatzkräften für ihren unermüdlichen Einsatz. Außerdem danken wir unserer Ordungsamtsleiterin Alena Müller für ihre gute Arbeit.

Ebenso wichtig ist eine verlässliche medizinische Versorgung. Die Stadt muss hier aktiv Rahmenbedingungen schaffen, um Praxen zu sichern und Neuansiedlungen zu ermöglichen.

 

Stadtentwicklung, Wohnen, Wirtschaft und Infrastruktur

Bezahlbarer Wohnraum bleibt eine zentrale Aufgabe. Wir danken der Wohnungswirtschaft und ihrem Leiter David Högerich für die gute Arbeit und begrüßen den Ausbau des städtischen Wohnungsbestands. Gleichzeitig müssen Standards und Kosten bei Neubauten realistisch bleiben. Bei allen neuen Bauprojekten der Stadt gilt daher für uns, dass diese auch kritisch auf ihren notwendigen Standard hin hinterfragt werden müssen.

Beim Thema Innenstadtentwicklung hat uns im vergangenen Jahr vor allem die Sommerstraße beschäftigt. Jetzt gilt es, gemeinsam mit Bevölkerung, Anwohnerinnen und Anwohner und Gewerbe tragfähige Lösungen für die Innenstadt zu entwickeln.

Ich hatte zu Beginn erwähnt, dass Walldorf wirtschaftlich gut dasteht. Das haben wir nicht nur den großen Unternehmen vor Ort zu verdanken. Denn unsere kleinen und mittelständischen Betriebe, Handwerker und inhabergeführten Geschäfte sind das Rückgrat unserer Wirtschaft und entscheidend für eine lebendige Stadt. Auch die gute Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung ist hierbei entscheidend. Wir danken zudem dem Gewerbeverein und dem Stadtmarketingverein für ihr Engagement.

Zur Infrastruktur gehören für uns auch Mobilfunk und Digitalisierung. Beides ist längst keine Kür mehr, sondern Pflicht für Verwaltung, Wirtschaft und Bürgerschaft. Auch hier muss es in diesem Jahr endlich vorangehen.

 

Klima, Energie und Nachhaltigkeit

Klimaschutz braucht praktikable und sozial gerechte Lösungen. Die Umweltförderprogramme sind dafür ein wichtiger Beitrag und sollten daher einfacher, transparenter und bürgernäher gestaltet werden. Auch die kommunale Wärmeplanung muss weiter konkretisiert werden. Besonders an unserem Wald zeigt sich, wie groß die Auswirkungen des Klimawandels auch vor Ort sind. Unsere Wälder müssen robuster und widerstandsfähiger werden. Dafür brauchen wir eine gezielte Aufforstung mit artenreichen, klimaresilienten Mischwäldern sowie eine aktive, verantwortungsvolle Bewirtschaftung.

Besonders wichtig ist uns der Umgang mit Hitze in städtischen Gebäuden, in denen sich vulnerable Gruppen aufhalten, weshalb wir hierzu im vergangen Jahr einen Antrag eingebracht haben. Hier geht es um Gesundheits- und Arbeitsschutz. Verschattung, Lüftung und organisatorische Maßnahmen haben Vorrang – wo sie nicht ausreichen, dürfen technische Lösungen kein Tabu mehr sein. Priorität müssen Kitas, Schulen und Pflegeeinrichtungen haben.

Auch Rad- und Fußverkehr sowie der ÖPNV müssen weiter gestärkt werden. Jetzt kommt es auf die Umsetzung der vorhandenen Konzepte an.

Schlussworte

Das war nun also die Kurzversion unserer Haushaltsrede - die lange Version kann, wer möchte, dann gerne zeitnah auf der Webseite der FDP-Walldorf oder in der Rundschau nachlesen. Ich hoffe ich konnte zeigen: Der Haushalt ist mehr als ein Zahlenwerk. Er zeigt, welche Stadt wir sein wollen und wo wir Prioritäten setzen.

Wir danken der Kämmerei, Kämmerer Boris Maier und seinem Team sowie der gesamten Verwaltungsspitze samt Bürgermeister und erstem Beigeordneten sowie allen Mitarbeitenden für die sorgfältige Arbeit. Dem Haushaltsplan der Stadt für 2026 und dem Wirtschaftsplan der Wohnungswirtschaft stimmen wir zu.

Unabdingbar für unsere kommunalpolitische Arbeit ist für meine Fraktion - neben der guten Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen hier im Rund - vor allem der enge Austausch mit Ihnen, liebe Walldorferinnen und Walldorfer. Daher werden wir auch in diesem Jahr unsere monatlichen, offenen Fraktionsrunden fortführen, um Ihre Anregungen, Ihre Kritik und Ihre Fragen aufzunehmen und in unsere Gremienarbeit einzubringen.

Wir danken allen Walldorferinnen und Walldorfern für ihr Interesse, ihre Kritik und ihr Engagement für unsere Stadt - bleiben Sie so aktiv und gestalten Sie weiter mit, denn nur so kann unsere Walldorf so lebenswert bleiben, wie wir es alle kennen und lieben.
 

Vielen Dank!