Logo FDP Walldorf

Hitzeschutz: Jetzt die Weichen für die nächsten Sommer stellen

Der Sommer neigt sich dem Ende zu, aber das Thema Hitze wird uns weiter beschäftigen. Die Hitzewellen in diesem Sommer haben uns erneut deutlich gemacht, dass längere Hitze längst keine Ausnahmeerscheinung mehr ist. Gerade für ältere Menschen, Pflegebedürftige, Kinder und Menschen mit Vorerkrankungen können hohe Temperaturen zu einer erheblichen gesundheitlichen Belastung werden. Die Zahl der Hitzetoten in Deutschland zeigt, dass es beim Hitzeschutz nicht um Komfort, sondern im Ernstfall um den Schutz von Gesundheit und Leben geht.

Als FDP-Fraktion haben wir deshalb bereits im vergangenen Jahr beantragt, die Klimatisierung städtischer Gebäude in den Blick zu nehmen. Besonders wichtig war und ist uns dabei der Schutz vulnerabler Gruppen, etwa in Pflegeeinrichtungen, Kitas und Schulen. Wir freuen uns, dass die Dringlichkeit dieses Themas inzwischen gesehen wird und entsprechende Maßnahmen auf den Weg gebracht werden sollen. Jetzt kommt es darauf an, möglichst schnell in die konkrete Umsetzung zu gehen, damit wir mögliche Hitzewellen in den nächsten Jahren besser überstehen können.

Klimaanlagen sind dabei für uns natürlich kein Allheilmittel, aber gerade im Gebäudebestand gibt es Situationen, in denen Verschattung, Lüftung oder andere bauliche und organisatorische Maßnahmen allein nicht mehr ausreichen, um auch bei langanhaltender Hitze erträgliche und gesundheitlich unbedenkliche Temperaturen sicherzustellen und dann darf eine wirksame Klimatisierung kein Tabu mehr sein. Uns haben im vergangenen und auch in diesem Sommer Nachrichten von Mitarbeitenden, Eltern und Angehörigen aus den Kitas, Schulen und dem Pflegeheim erreicht, in denen deutlich auf die extreme Hitzebelastung hingewiesen wurde. WIr haben im Gemeinderat daher immer wieder deutlich gemacht, dass wir uns dieser Thematik entschlossen stellen müssen und wir sind froh, dass dieses Hartnäckigkeit jetzt erste Erfolge zeigt: Im Sommer wurden kurzfristig mobile Klimageräte für das Pflegeheim und auch für einige Kitas besorgt. Doch das waren erstmal nur Übergangslösungen, die jetzt in konkrete Maßnahmen verstetigt werden müssen.

Gleichzeitig müssen wir aber auch weiterdenken: Bei Neubauten muss Hitzeschutz künftig von Anfang noch konsequenter mitgeplant werden. Zudem müssen wir uns auch deutlich machen, dass eine zu starke Nachverdichtung in der Stadt die Hitze weiter erhöhen wird. Wir brauchen auch Luftschneisen und Freiflächen, um eine nächtliche Abkühlung zu ermöglichen. Und im öffentlichen Raum brauchen wir mehr Grün und mehr Schatten. Gemeinsam mit der Fraktion von Bündnis 90/die Grünen haben wir deshalb bereits einen Antrag zur Entsiegelung in der Neuen Sozialen Mitte gestellt, der im Gemeinderat angenommen wurde. Wir hoffen hier auf eine baldige Umsetzung, denn weniger versiegelte Flächen, mehr Bäume und Begrünung sowie ausreichend Verschattung tragen dazu bei, dass sich unsere Stadt im Sommer weniger stark aufheizt.

Jetzt stehen erstmal der Herbst und der Winter vor der Tür, aber sollten wir nicht erst dann wieder über Hitzeschutz sprechen, wenn das Thermometer wieder die 35-Grad-Marke erreicht. Herbst und Winter müssen wir nutzen, um Maßnahmen zu planen, konkrete Entscheidungen zu treffen und Projekte umzusetzen.

Für uns als FDP-Fraktion ist klar, dass der Hitzeschutz eine dauerhafte kommunale Aufgabe im Sinne der Daseinsvorsorge für die Bevölkerung ist. Wir werden deshalb weiter darauf drängen, dass Walldorf hier konsequent vorankommt, sowohl in unseren Gebäuden als auch im öffentlichen Raum.