Invasive Arten in Walldorf
Im Gemeinderat wurde über verschiedene „invasive Arten“ im Stadtgebiet berichtet. Die Auffassung unserer Fraktion zu diesem Thema hat unsere Fraktionsvorsitzende Paula Glogowski zusammengefasst:
„Die Vorlage zeigt, dass invasive Arten nicht mehr nur ein abstraktes Naturschutzthema sind, sondern inzwischen auch ganz konkrete Auswirkungen auf Kommunen, öffentliche Infrastruktur, Gesundheit, Biodiversität und Lebensqualität haben.
Ein gutes Beispiel hierfür ist die Asiatische Tigermücke: Die Vorlage zeigt, dass Walldorf hier früh reagiert hat – angefangen beim Monitoring bis hin zu Informationskampagnen und konkreter Bekämpfung. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, wie schwierig der Umgang mit invasiven Arten ist. Bei der Asiatischen Hornisse z.B. besteht inzwischen keine Bekämpfungspflicht mehr, sondern lediglich ein Managementansatz.
Besonders aufmerksam verfolgen wir auch die Entwicklung rund um die Tapinoma magnum. Die Erfahrungen aus anderen Kommunen zeigen, dass diese invasive Ameisenart große Probleme verursachen kann. Auch die Antworten der Landesregierung auf eine Anfrage der FDP, die der Vorlage angehängt ist, machen deutlich, dass die Ausbreitung in BaWü inzwischen ein ernstzunehmendes Thema ist.
Für uns ist wichtig zu betonten, dass sich uns insgesamt nicht nur die Frage stellt, wie wir auf bestehende Vorkommen reagieren, sondern auch, wie Walldorf künftig strategisch mit solchen Entwicklungen umgehen kann und will. Und da denken wir, dass Walldorf hier schon auf einem ganz guten Weg ist, auch wenn wir viele Entwicklungen nicht mehr ganz rückgängig machen werden können.
Zum Schluss möchte ich noch ein Thema ansprechen, das zwar nicht Bestandteil der heutigen Vorlage ist, thematisch aber auch zum Umgang mit Problemarten passt: Immer wieder werden wir darauf angesprochen dass auch die Populationen von Ratten, Tauben, Saatkrähen, Störchen und Reihern zugenommen haben. Auch wenn diese Tiere nicht unter die invasiven Arten im naturschutzrechtlichen Sinne fallen, haben wir den Eindruck, dass vor allem die Ratten von vielen Bürgerinnen und Bürgern zunehmend als „Problemtiere“ im Stadtgebiet wahrgenommen werden. Wir werden aktuell vor allem vermehrt darauf hingewiesen, dass Ratten inzwischen auch tagsüber sichtbar im Stadtgebiet unterwegs sind. Deshalb würden wir es begrüßen, wenn die Stadtverwaltung die Öffentlichkeitsarbeit in diesem Bereich nochmals verstärkt. Aus unserer Sicht wäre es hilfreich, transparent darzustellen, welche Maßnahmen zur Rattenbekämpfung bereits durchgeführt werden, wodurch die Bekämpfung möglicherweise erschwert wird und welchen Beitrag Bürgerinnen und Bürger selbst leisten können – etwa beim Thema Abfall oder offene Nahrungsquellen. Denn gerade bei solchen Themen ist Aufklärung und gemeinsames Handeln oft ein entscheidender Faktor. Wir hoffen, dass dieses Thema daher ebenfalls nochmals von der Verwaltung und der Öffentlichkeitsarbeit aufgenommen wird.“