Kindergartenbedarfsplanung und Schulbericht 2026
Im Gemeinderat wurden die Kindergartenbefarfsplanung sowie der Schulbericht für 2026 vorgestellt. Hierzu hielt unser FDP-Stadtrat Dr. Günter Willinger folgende Stellungnahme:
„Wir bedanken uns bei Frau Schleweis, Frau Schuster und Frau Derr für die Vorlage der Kindergartenbedarfsplanung 2026 sowie den Schulbericht 2026 und mögliche finanzielle Auswirkungen und stimmen dem Beschlussvorschlag in allen Punkten zu.
Für unsere Fraktion steht die Qualitätssicherung in der frühkindlichen Bildung und die weitere Entwicklung der Schullandschaft im Vordergrund.
Im Bereich der Kindergärten sehen auch wir die Notwendigkeit, die Stelle der pädagogischen Fachberatung wieder zu besetzen, um Personalentwicklung, Qualität und das Kindeswohl sicherzustellen. Dafür werden überplanmäßige Mittel von 18.000 Euro im laufenden Haushaltsjahr beantragt. Wir stimmen auch hier zu.
Die Situation des Katholischen Kindergartens St. Marien macht uns Sorgen: Wegen Personalmangels können derzeit nur ca. 30 von 54 Plätzen belegt werden. Daher soll ab September 2026 zunächst eine VÖ-Gruppe fortgeführt werden. Die verbleibenden „verlorenen“ Plätze sollen durch Ü3-Plätze im Kinderhaus Zipfelmützen kompensiert werden, langfristig ist jedoch eine dauerhaft tragfähige Lösung erforderlich.
Die Krippengruppe im Kommunalen Kindergarten wird nicht weiter belegt, da die Nachfrage sinkt, die bisher betreuten Kinder bleiben bis zur Einschulung.
Die Beitragssituation ist seit 2013 unverändert, eine Erhöhung der Elternbeiträge halten wir aufgrund der guten Finanzsituation der Stadt Walldorf für nicht notwendig. Uns geht es vielmehr darum, Familien zu entlasten und um die Möglichkeit, dass Familie und Beruf besser vereinbart werden können. Wir sind uns bewusst, dass sich für die Stadt mit einer solchen Entscheidung die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben weiter öffnet und dies im Gegensatz zu den Empfehlungen der Kirchen und der kommunalen Spitzenverbände steht.
Wir begrüßen es auch, dass wir auswärtigen städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei Bedarf einen Betreuungsplatz in Walldorf anbieten können. So geht modernes Management bei dem sich weiter zuspitzendem Fachkräftemangel besonders im Erziehungs- und Bildungsbereich.
Im Bericht wird darauf hingewiesen, dass es aufgrund des Fachkräftemangels und des hohen Anteils an Teilzeitstellen zunehmend schwieriger wird, die Öffnungszeiten aufrechtzuerhalten. In den vergangenen Jahren kam es bereits zu Kürzungen. Gleichzeitig sinkt die Nachfrage nach Tagesplätzen und mehr Eltern entscheiden sich für die sogenannten verlängerten Öffnungszeiten, die keine zehnstündige Betreuung umfassen. Im Rund haben wir bereits darüber gesprochen, wie mit den gekürzten Öffnungszeiten und dem gleichzeitig veränderten Nutzungsverhalten der Familien umzugehen ist. Zunächst soll genauer ermittelt werden, wie viele Familien weiterhin auf eine zehnstündige Betreuung angewiesen sind. Anschließend ist zu klären, wie dieser Bedarf auch künftig gedeckt werden kann. Dabei denken wir insbesondere an Familien, in denen beide Elternteile berufstätig sind, an Eltern im Schichtdienst sowie an Alleinerziehende.
Im Schulbericht wird die dynamische Entwicklung der Schullandschaft in Baden-Württemberg skizziert: Das neunjährige Gymnasium ist wieder im Blickfeld, und es wird eine Neue Sekundarschule diskutiert, die Werkrealschule, Realschule und Gemeinschaftsschule unter einem gemeinsamen Sekundarschulkonzept zusammenführen soll, um allen Abschlüssen gerecht zu werden.
Die Waldschule wird nach dem Startchancen-Programm gefördert. Dieses Programm ist 2024 zwischen Bund und Ländern aufgesetzt worden und ist sicherlich eines der Highlights der damaligen Ampel-Regierung. Im von der FDP geführten Bildungsministerium war maßgeblich ein Walldorfer dafür verantwortlich, Staatssekretär Dr. Jens Brandenburg.
Durch die Veränderungen der Schulbezirke zum Schuljahr 2025/2026 konnte eine stabile Dreizügigkeit an der Waldschule erzielt werden. Die Schillerschule führt eine Juniorklasse statt der Grundschulförderklasse ein, wodurch Sprach-Fit-Komponenten gestärkt werden. Wir benötigen aber auch weiterhin die bisherige erfolgreiche kommunale Sprachförderung.
Schulsozialarbeit bleibt für uns weiterhin der zentrale Baustein für soziale Integration, Prävention und individuelle Förderpläne.
Wir werden die Schulentwicklungspläne pragmatisch begleiten und bitten die Stadt, das Startchancen-Programm und weitere Förderprogramme zu nutzen.“
Unser Dank gilt ausdrücklich all jenen, die im Kindergarten- und Schulbereich tätig sind.
Vielen Dank für Ihre wichtige Arbeit!