Landschaftsplan

In der letzten Sitzung des Gemeinderats wurde die Aufstellung des Landschaftsplans beschlossen. Hierzu hielt unser FDP-Stadtrat Günter Lukey folgende Stellungnahme:

 

„In Baden-Württemberg gehen täglich durchschnittlich fünf Hektar Landschaft verloren – das entspricht hochgerechnet mehr als 3.000 Fußballfeldern pro Jahr. Hauptursachen sind Wohnungsbau, Gewerbeentwicklung und Infrastrukturprojekte, durch die landwirtschaftliche Flächen häufig dauerhaft versiegelt werden.

Ein neuer Landschaftsplan definiert zentrale Ziele und bildet die ökologische Grundlage für die langfristige Entwicklung unserer Stadt.

Der aktuelle Landschaftsplan Walldorfs stammt aus dem Jahr 1981. Seitdem hat sich vieles grundlegend verändert. Der neue Plan soll aufzeigen, wie Natur geschützt, die Landschaft weiterentwickelt und Erholungsräume in den kommenden 10 bis 15 Jahren  genutzt werden können. Er dient damit als Leitlinie für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Stadtentwicklung, von der wir alle profitieren.

Die notwendige Fortschreibung umfasst Maßnahmen zum Schutz von Boden, Wasser, Klima, Luft und Landschaft sowie zur Verbesserung der Naherholung. Gleichzeitig bildet der Plan eine fachliche Grundlage für eine umweltverträgliche Entwicklung – sowohl im Innen- als auch im Außenbereich.

In den nächsten 10 bis 15 Jahren werden voraussichtlich zwei große Bauprojekte erhebliche Flächen versiegeln: der dritte Bauabschnitt des Baugebiets Walldorf-Süd sowie der dreispurige Ausbau der Autobahn A5. Damit bliebe als weitere Option im Wesentlichen nur eine Innenverdichtung Walldorfs. Mit dieser kann sich die FDP-Fraktion jedoch nicht uneingeschränkt anfreunden, da sie einer ausreichenden Durchlüftung des Ortskerns – insbesondere angesichts zunehmend heißer Sommer – entgegenwirken würde.

Im Rahmen der Fortschreibung des Landschaftsplans wird ein Arbeitskreis eingerichtet, an dem neben Gemeinderäten auch Fachplaner, Fachbehörden, Naturschutzverbände sowie Vertreter von Forst und Landwirtschaft beteiligt sind. Uns ist es wichtig, dass – ähnlich wie beim Radverkehrs- oder Fußgängerkonzept – auch interessierte Bürgerinnen und Bürger einbezogen werden. Durch ihre aktive Mitwirkung können wertvolle Hinweise zu umweltrelevanten Belangen sowie Einschätzungen zu möglichen Auswirkungen der Planung eingebracht werden.

Die FDP-Fraktion stimmt dem Aufstellungsbeschluss für einen neuen Landschaftsplan zu.“