Mehr Tempo beim Hitzeschutz
Die Hitzewelle Ende Juni hat erneut gezeigt: Wir brauchen mehr Tempo beim Hitzeschutz und müssen endlich auch technische Lösungen angehen. Besonders betroffen sind vulnerable Gruppen wie Kleinkinder in unseren Kindertageseinrichtungen, Schülerinnen und Schüler in den Schulen sowie ältere Menschen in unserem Pflegeheim. Ebenso müssen wir auch die Mitarbeitenden schützen.
Bereits im vergangenen Jahr haben wir als FDP-Fraktion deshalb einen Antrag in den Gemeinderat eingebracht, mit dem Ziel, eine Grundsatzdebatte über die Klimatisierung von städtischen Gebäuden mit vulnerablen Gruppen anzustoßen. Es freut uns, dass der Gemeinderat im Februar auf Grundlage unseres Antrags einen weitreichenden Grundsatzbeschluss gefasst hat: Die Verwaltung wurde beauftragt, die städtischen Gebäude systematisch zu untersuchen, Temperaturmessungen durchzuführen, Hitzeschwerpunkte zu identifizieren und eine Maßnahmenliste für organisatorische, bauliche und – wo erforderlich – auch technische Lösungen zu erstellen. Erstmals wurde dabei ausdrücklich festgelegt, dass in besonders belasteten Räumen von Kindertageseinrichtungen, Schulen und Pflegeeinrichtungen auch technische Kühlung zur Begrenzung von Temperaturspitzen grundsätzlich möglich sein soll. Wir haben diesen Beschluss, zunächst organisatorische und bauliche Maßnahmen auszuschöpfen und technische Lösungen erst als letztes Mittel einzusetzen, zwar mitgetragen, aber die aktuelle Hitzewelle hat gezeigt, dass wir um technische Lösungen in besonders belasteten Bereichen nicht herumkommen werden. Parallel zu den organisatorischen und baulichen Maßnahmen sollten aus unserer Sicht daher auch bereits Möglichkeiten für technische Lösungen zur Kühlung geprüft werden.
Ende Juni haben uns wieder zahlreiche Rückmeldungen aus Kindertageseinrichtungen, Schulen und dem Pflegeheim erreicht: Uns wurde berichtet, dass die Temperaturen in manchen Räumen kaum noch erträglich waren.
Selbstverständlich kosten technische Lösungen Geld. Doch Walldorf investiert in vielen Bereichen erhebliche Summen, dann dürfen wir ausgerechnet beim Gesundheitsschutz nicht sparen. Klimaschutz und Gesundheitsschutz dürfen dabei nicht gegeneinander ausgespielt werden. Im Gegenteil: Wer die Realität des Klimawandels anerkennt, muss auch bereit sein, die notwendigen Konsequenzen zum Schutz der Bevölkerung zu ziehen. Zur Anerkennung der Klimakrise gehört eben auch, dass wir unsere Gebäude an die veränderten klimatischen Bedingungen anpassen. Und mit grünem Strom aus PV-Anlagen kann hier sicherlich auch für technische Lösungen ein verträglicher Weg gefunden werden.
Natürlich muss für jedes Gebäude geprüft werden, welche Maßnahmen sinnvoll und technisch umsetzbar sind. Doch dafür brauchen wir nicht endlos weitere Messungen, um festzustellen, wo es besonders heiß ist. Die Betroffenen vor Ort wissen bereits heute sehr genau, welche Räume sich besonders aufheizen. Teilweise wurden seit Jahren Messungen von den Mitarbeitenden durchgeführt und dieses Wissen muss jetzt konsequent genutzt werden.
Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Aspekt: Wenn Kinder früher aus den Kindertageseinrichtungen abgeholt werden sollen oder Unterricht aufgrund der Temperaturen vorzeitig endet, bringt das viele Familien in große Schwierigkeiten, denn Eltern sind auf eine verlässliche Betreuung ihrer Kinder angewiesen, auch in den heißen Sommermonaten. Einrichtungen müssen daher auch bei längeren Hitzeperioden uneingeschränkt nutzbar sein.
Wir brauchen daher zügig konkrete Vorschläge, welche Maßnahmen in welchen Gebäuden umgesetzt werden können. Sollte das Bauamt aufgrund der Vielzahl laufender Projekte hierfür personell an seine Grenzen stoßen, halten wir es für sinnvoll, externe Fachbüros mit den erforderlichen Untersuchungen und Planungen zu beauftragen. Angesichts der Dringlichkeit darf jetzt keine weitere Zeit verloren gehen.
Wir als FDP-Fraktion werden uns daher weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen, dass insbesondere Kinder, ältere Menschen, unsere städtischen Beschäftigten und alle weiteren besonders schutzbedürftigen Menschen in den städtischen Einrichtungen bestmöglich vor extremer Hitze geschützt werden.