Unser Antrag: Klimatisierung städtischer Gebäude

In der letzten Sitzung des Gemeinderats wurde erneut unser Antrag zur Klimatisierung städtischer Gebäude mit Fokus auf vulnerable Gruppen diskutiert und grundsätzlich Maßnahmen zur Reduzierung der Raumtemperaturen in den entsprechenden notwendigen Räumen der städtischen öffentlichen Gebäude beschlossen. Hierzu hielt unsere FDP-Fraktionsvorsitzende Paula Glogowski folgende Stellungnahme:

„Unser Antrag zur Grundsatzdebatte über den Einbau von Klimaanlagen in städtischen Einrichtungen ist aus einer sehr konkreten Problemlage heraus entstanden: aus Rückmeldungen von Eltern, von Mitarbeitenden und aus den Erfahrungen der vergangenen Sommer. Die Hitzeproblematik in städtischen Einrichtungen ist offenbar kein neues Phänomen, sondern besteht zum Teil seit Jahren. Dass in einigen städtischen Einrichtungen bereits über längere Zeit hinweg Temperaturen dokumentiert wurden, zeigt deutlich, dass es sich hier nicht um Einzelfälle oder subjektive Wahrnehmungen handelt, sondern um reale Hitzebrennpunkte, die ernst genommen werden müssen.

Dabei möchten wir noch einmal klar betonen: Es geht uns ausdrücklich nicht darum, jedes Klassenzimmer, jeden Gruppenraum oder jedes Büro mit einer Klimaanlage auszustatten. Ebenso wenig geht es darum, Räume auf unter 20 Grad herunterzukühlen. Darin sind wir uns hier denke ich alle einig.

Worum es uns geht und was wir mit unserem Antrag bewirken wollen, ist etwas anderes: Dort, wo Räume an heißen Tagen regelmäßig deutlich über 30 Grad erreichen, müssen wir handeln. Vor allem dann, wenn diese Räume von vulnerablen Gruppen genutzt werden.

Wir tragen als Stadt eine besondere Verantwortung – sowohl gegenüber den Kindern sowie Seniorinnen und Senioren in unseren Einrichtungen als auch gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Pädagogische Fachkräfte, Lehrkräfte und Pflegepersonal haben keine Möglichkeit, an extrem heißen Tagen ins Homeoffice auszuweichen. Sie können ihre Arbeitszeiten nicht flexibel verlegen. Sie leisten körperliche Arbeit und sie arbeiten häufig mit großen Gruppen in geschlossenen Räumen. Genau deshalb ist es unsere Aufgabe, hier für erträgliche und gesundheitlich vertretbare Arbeitsbedingungen zu sorgen.

Wir unterstützen den Ansatz der Verwaltung, organisatorische und bauliche Maßnahmen konsequent auszuschöpfen: Verschattung, richtige Lüftung, Nachtkühlung oder Nutzungsanpassungen sind wichtige und sinnvolle Schritte. Gleichzeitig müssen wir aber anerkennen, dass diese Maßnahmen dort, wo massive Hitzeprobleme bestehen, nicht immer ausreichen werden. In solchen Fällen dürfen technische Lösungen nicht ausgeschlossen werden.

Aus Sicht meiner Fraktion ist es daher richtig, technische Kühlung gezielt einzusetzen – zur Kappung von Temperaturspitzen in besonders belasteten Räumen. Die in der Vorlage vorgesehenen Messungen und Auswertungen halten wir für sinnvoll und notwendig. Gleichzeitig wissen wir aus den Einrichtungen bereits heute, welche Räume besonders betroffen sind, denn die Mitarbeitenden kennen die Gebäude genau, haben z.T. schon über lange Zeit Hitzeprotokolle geführt und wissen, wo es im Sommer besonders problematisch ist. Wir können also noch einmal nachmessen, wir müssen aber auch auf das vertrauen, was uns schon jetzt aus den Einrichtungen berichtet wird. Deshalb muss parallel zu den Messungen schon jetzt an kurz-, mittel- und langfristigen Lösungen gearbeitet werden, damit auch der kommende Sommer bereits Verbesserungen bringt.

Selbstverständlich sehen wir auch die klimapolitische Dimension dieses Themas. Technische Kühlung benötigt Strom und Klimaneutralität bleibt ein zentrales Ziel. Aber auch hier geht es um eine Abwägung: Für uns steht der Gesundheitsschutz von Kindern, vulnerablen Personen und Beschäftigten in diesem Fall an erster Stelle. Wo technische Kühlung notwendig wird, sollte sie so energieeffizient wie möglich erfolgen und – wo immer machbar – mit grünem Strom, etwa aus Photovoltaikanlagen auf städtischen Dächern, betrieben werden.

Abschließend möchten wir uns bei Herrn Tisch und seinem Team ausdrücklich für die umfangreiche und sorgfältige Vorarbeit bedanken. Die Vorlage zeigt, dass das Thema differenziert, fachlich fundiert und verantwortungsvoll angegangen wird. Wir hoffen, dass nun gemeinsam und entschlossen an konkreten Lösungen für die besonders betroffenen Gebäude bzw. Räume gearbeitet wird.

Wir stimmen allen Beschlusspunkten zu. Vielen Dank.“