Unternehmens- und Eigentümerbefragung im Gewerbe- und Industriegebiet

In der letzten Sitzung des Gemeinderats wurde der Antrag der SPD-Fraktion zur Befragung von Eigentümern und Unternehmern im Rahmen des Flächen-, Ansiedlungs- und Entwicklungsprojekts im Gewerbegebiet diskutiert. Hierzu hielt unsere FDP-Stadträtin Dagmar Criegee folgende Stellungnahme:

 

Die SPD-Fraktion spricht sich dafür aus, die Unternehmer- und Eigentümerbefragung zum Flächen-, Ansiedlungs- und Entwicklungsprojekt im Gewerbegebiet zu wiederholen.

 

Gegenstand der heutigen Entscheidung ist die Durchführung einer entsprechenden Befragung durch die Gesellschaft für angewandte Kommunalforschung im Industriegebiet Süd. Erst in einem weiteren Schritt werden wir darüber beraten, ob und in welchem Umfang eine Beauftragung zur Erstellung eines Flächen- und Ansiedlungskonzepts sinnvoll und notwendig ist.

 

Im Gewerbegebiet stehen weiterhin mehrere ungenutzte Grundstücke zur Verfügung, die sich jedoch überwiegend in privatem Eigentum befinden. In städtischer Hand befindet sich lediglich noch ein einziges Grundstück, sodass der aktuelle kommunale Handlungsspielraum sehr begrenzt ist.

 

Innerhalb unserer Fraktion wird die Wiederholung dieser Erhebung durchaus kontrovers diskutiert. Bereits im Jahr 2014 wurde eine vergleichbare Befragung einschließlich Standortanalyse und Handlungsempfehlungen mit Unterstützung der LBBW durchgeführt, was für die Stadt Walldorf mit nur geringen Kosten verbunden war. Als wesentliches umzusetzendes Ergebnis wurde damals der Ankauf freier Gewerbegrundstücke identifiziert. Dieses Ziel wurde jedoch in der Folge nicht weiterverfolgt und letztlich nicht umgesetzt.

Ungeachtet dessen sind für die Stadt Walldorf zentrale Fragestellungen weiterhin von großem Interesse: das aktuelle und zukünftige Interesse an Neuansiedlungen oder Betriebserweiterungen, der konkrete Flächenbedarf der ansässigen Unternehmen, die Verfügbarkeit und Lage bezahlbarer Gewerbeflächen sowie deren Sanierungs- und Erhaltungsbedarf. Ebenso aufschlussreich wäre eine Einschätzung der Verkehrsanbindung der Arbeitsstätten im Hinblick auf den öffentlichen Personennahverkehr. Sollten hier Defizite festgestellt werden, könnte die Stadt gezielt den Dialog mit Bahn und VRN suchen.

Darüber hinaus können wir uns – wie bereits in der Vorlage angedeutet – vorstellen, die Befragung auf bestehende Schwierigkeiten und Hemmnisse der Unternehmensführung am Standort Walldorf auszuweiten, um gezielt Unterstützung anbieten zu können. Auf Grundlage der Ergebnisse ließen sich bestehende Förderprogramme anpassen oder neue Programme entwickeln. Sollten freie Grundstücke zum Erwerb identifiziert werden, sollte die Stadt entsprechend aktiv werden.

Abschließend möchte die FDP-Fraktion nochmals ausdrücklich darauf hinweisen, dass auf eine solche Umfrage zwingend konkrete und zielgerichtete Maßnahmen folgen müssen. Andernfalls wären die hierfür aufzuwendenden 20.000 Euro, die diesmal vollständig von der Stadt zu tragen sind, nicht sinnvoll investiert.“